Kindertherapie

Kinder in TurnhalleProbleme in der Schule? Reha-Konzept bietet Hilfe für Schulkinder an

Das kleine blonde Mädchen – wir nennen es Anna – sitzt am Tisch und hat das Lesebuch krampfhaft umklammert. Die Lehrerin hat sie gebeten, den nächsten Absatz im Buch vorzulesen. Anna mag die Lehrerin sehr, weil sie oft von ihr gelobt wird. Aber beim Vorlesen stottert Anna, verliert die Zeile und manchmal wird sie von den anderen Kindern ausgelacht, weil sie die Wörter so komisch betont oder die Zeile verliert. Die Lehrerin ermutigt sie immer wieder, und doch, obwohl sie zu Hause oft mit Mama übt, will es einfach nicht klappen. Ganz oft versteht Anna selber nicht was sie liest und merkt, dass sie Worte rät.

Annas Beispiel ist eines von vielen, die uns täglich im Schulalltag oder bei den Hausaufgaben begegnen. Was ist, wenn üben nicht mehr reicht? Im Rahmen der Ergotherapie kann die Ursache für Annas Problematik gefunden werden und dann mit Hilfe verschiedener Therapiemaßnahmen abgebaut werden.

In Testverfahren werden die Verarbeitung von Sinneswahrnehmungen wie Fühlen, Hören, Gleichgewichtsveränderungen, Druck, Vibration, Bewegung, Sehen, Schmecken, Riechen usw. überprüft. Im Sinne des ganzheitlichen Ansatzes dieser Therapieform (Körper – Seele – Geist) werden auch der Stand der Denkfähigkeit, der Konzentration, der Ausdauer und nicht zuletzt die emotionale Problematik wie Selbstbewusstsein, Ängste oder Aggressionen festgestellt. Für diese Kinder sind Unterricht und Hausaufgaben eine große Hürde. Statt Erfolgserlebnissen erleben sie Versagen, Hilflosigkeit und Unverständnis über eigene Fehler. Zum Teil wird dies sogar noch durch den Vergleich mit Klassenkameraden verstärkt.

 

Was können Sie bei Kindern mit Schulschwierigkeiten beobachten?

  • Sie sind leicht ablenkbar.
  • Krankengymnastik mit kleinem MädchenSie sehen und hören alles, was in ihrer Umgebung passiert.
  • Sie sind zeitweise völlig abwesend und verträumt.
  • Sie beginnen, von Dingen zu sprechen, die im Moment gar nicht dazu gehören.
  • Sie haben eine auffällig verkrampfte Körperhaltung.
  • Sie beklagen sich über Sehprobleme oder Verschwinden von Buchstaben oder sogar ganzen Zeilen.
  • Sie fragen immer wieder nach, auch im Selbstgespräch (Eindruck des nicht richtigen Hörens)
  • Sie können sich in der Schule sowie beim Lesen in Heften und Büchern nicht orientieren.
  • Sie haben Chaos bei den Schulsachen.
  • Sie handeln schneller als sie denken.
  • Sie zeigen einen hohen Leidensdruck bis hin zur Schulverweigerung.

Sind durch den Befund Defizite herausgearbeitet, so beginnt die Festsetzung der Ziele durch Therapeuten, Eltern, Lehrer und durch das Kind. Wichtig ist es auch, die Stärken des Kindes herauszukristallisieren, um diese als Zugang für die Therapie zu nutzen.

Durch die Anwendung verschiedener Medien wie therapeutische Spiele, Handwerk, kreative Fähigkeiten, gezielte Trainingsprogramme, Rollenspiele, Bewegungsangebote können die betroffenen Kinder individuell und umfassend gefördert werden. Unterstützung bieten Ergotherapeuten den Kindern und Familien über Elternberatung, Zusammenarbeit mit Lehrern, Erziehern, Psychologen und Ärzten.